22.09.2011 Vortrag im Klinikum Landshut: SPORT bei KREBS
“Aktiv mit der Krebserkrankung umgehen” …
…ist das Motto der Chefärztin der onkologischen Station des Klinikum Landshut.
Das Ziel des Konzepts ist es, den Patienten die notwendigen Rahmenbedingungen zu bieten. Auch wenn, wie in der angefügten Studie, die positiven Wirkungen einer gut dosierten Sporttherapie eindeutig belegt sind, ist die praktische Umsetzung nicht immer einfach.
Viele Patienten sind durch die Krebstherapie geschwächt, und haben verständlicherweise häufig nicht die notwendige Energie sich dann auch noch sportlich zu betätigen. Hier ist ein gut entwickeltes und individuell ausgerichtetes Konzept gefragt, das auf entsprechende medizinische und wissenschaftliche Grundlagen basiert.
Wurde noch vor 10 Jahren bei schweren Erkrankungen wie Krebs absolute Ruhe und Erholung verordnet, wird die Krankheit jetzt durch Aktivität bekämpft.
3 Hauptwirkungen von sportlicher Betätigung stehen dabei im Vordergrund:
- Der “körperlich trainierte” Patient kann die Schwächung des Körpers durch die Chemotherapie besser ausgleichen. Die vermehrrte Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphine) bringt Selbstvertrauen und Zuversicht.
- Die erhöhte Sauerstoffversorgung kompensiert die durch Blutarmut unterversorgten Körperzellen und steigert die Wirkung der medicamentösen Behandlung.
- Sport steigert die Immunabwehr. Die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen einen positiven Krankheitsverlauf.
Die Dosis machts!
Sehr entscheidend dabei ist natürlich die richtige Dosierung der sportlichen Aktivität. 2-4 h Trainingszeit pro Woche reichen dabei völlig aus. Bei Untrainierten beginnen wir mit 1 h pro Woche. Auf jeden Fall sollten die Patienten dabei im aeroben Bereich (Fettverbrennung) bleiben.
Ein Muß zu Beginn des Trainings, ist ein Test zur Bestimmung der richtigen Trainingsherzfrequenz. Die Kontrolle beim Training liefert dann der Herzfrequenzmesser. Empfehlenswert ist hier eine Uhr der Firma POLAR mit EKG genauer Messfunktion.
Welche Sportarten?
70-80 % des Trainings sollte das aerobe Ausdauertraining ausmachen. Dabei ist alles erlaubt was Spaß macht. Radfahren, Schwimmen, und Nordic Walking sind sehr gut geeignet. Laufen sollten nur gut trainierte Patienten. Bei sehr niedrigem Leistunszustand ist ein dosiertes Training auf dem Radergometer ein guter Einstieg,
20 – 30 % des Training wird sinnvoll mit Kräftigungs und Dehnungsübungen durchgeführt, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Dosierte Kraft- und Beweglichkeitstests sichern die Kontrolle der Leistungsentwicklung und sorgen für eine langfristige Motivation bei den Patienten.
Dieser Eintrag wurde am 17. September 2011 um 15:48 geschrieben und in der Kategorie Allgemein, Events und Termine, Projekte abgelegt. Du kannst die Antworten zu diesem Eintrag mittels RSS 2.0-Feed verfolgen. Die Kommentarfunktion und Pinging ist deaktiviert.
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